AfD - Nachtrag und Warnung!

Mit Abschluss der Europawahlversammlung der AfD meldet sich zu Recht der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) - Thomas Haldenwang - wieder zu Wort, nachdem er sich selbst bis zu diesem Ereignis absichtlich in Zurückhaltung geübt hat, was man von den Führungspersönlichkeiten der AfD bezüglicher ihrer Häme über seine Person nicht behaupten kann.


Nach Thomas Haldenwang besteht weiterhin und unverändert die Einschätzung des Verfassungsschutzes, dass durch das ethnische Volksverständnis der AfD die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes in Frage gestellt wird.


Da fordert ein Maximilian Krah als Rechtsanwalt und Spitzenkandidat der AfD zur Europawahl die Bildung deutscher Bürgerwehren auf Ebene der Gemeinden, rekrutiert aus Schützenvereinen, Reservisten und Polizisten zum Schutz vor kriminellen Migranten und verschmäht gleichzeitig den Hüter der Verfassung und da wird einer zukünftig homophoben Pädagogik in Bildungseinrichtungen das Wort geredet. Was sagt denn wohl Frau Weigel dazu? Krah zählt zum Kader des thüringischen Nationalisten Björn Höcke.


Wurde bezüglich der EU zunächst ein Dexit propagiert, die zunächst geforderte Auflösung der EU nachträglich als redaktionelles Versehen entschuldigt, so wird nun ein Umbau der EU in eine Allianz von Nationalstaaten befürwortet. Alice (…im Wunderland) Weidel spricht von einem notwendigen Kompetenzrückbau bei der EU, der durch Reformen nicht erreichbar ist. Daher wäre über Volksabstimmung ein neuer Bund der Nationalstaaten in Europa zu gründen. Man will ein Europa der Vaterländer. Was geschieht dann eigentlich mit den Müttern in den Vaterländern, Frau Weidel? Den Frauen aber, die keine Mütter werden wollen, obwohl sie schwanger geworden sind, wird das Leben ebenfalls erschwert: Die Abtreibung gerät in Verruf. 


Deutliche Anzeichen für das, was ich im vorherigen Artikel „AfD - Autonomie für Dilletanten“ beschrieben habe.


In der Migrationsfrage ist man statt für ein Einwanderungsgesetz für eine neue Familienpolitik, die eignenen Kinderreichtum propagiert und damit dann fehlende Fachkräfte rekrutiert. Kommt uns das bekannt vor? Mich erinnert das an den Nazi-Witz: „die Schwangerschaft der Deutschen Frau wird von 9 auf 3 Monate herabgesetzt“. 


Und in afrikanischen Herkunftsländern will man durch „Entwicklungshilfe“ (veraltetes Wort, nicht aber für die AfD!) Migration bei ihrer Ursache bekämpfen, allerdings nur, wenn es sich um Demokratien ohne Korruption handelt. Schade nur: Migration findet gerade aus nichtdemokratischen und korrupten Ländern in Afrika statt - wieder Dilletantismus wie bei der absurden Klimaeinschätzung w.u.!


Bei Umwelt- und Energiefragen werden wissenschaftliche Fakten weiter geleugnet: CO2 belastet das Klima nicht, vielmehr beruht die Photosynthese ja auf ihr, ohne die es gar keine Pflanzen und Tiere gäbe…..wieder Dilletantismus: man hat einen bilogischen Zusammenhang einigermaßen verstanden und meint damit dann die Welt erklären zu können.


Oder etwa Tino Chrupalla beim ARD-Sommerinterview vor kurzem zur „Staatsquote“, Zitat aus dem Fokus online:


Der AfD-Chef machte noch einen Vorschlag, wie sich das Fachkräfte-Potenzial erhöhen ließe: Es müssten mehr Menschen „wertschöpfende“ Arbeit leisten. Deshalb will er an die Staatsquote von fast 52 Prozent ran. Diese misst den Anteil der Staatsausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung. Das heißt: Aktuell wird jeder zweite erwirtschaftete Euro vom Staat beansprucht. Der AfD-Politiker scheint dies nicht zu wissen. Jedenfalls gab er eine höchst eigenwillige Definition zum Besten. Seiner Meinung nach bedeutet eine Staatsquote von 52 Prozent, dass jeder Zweite im öffentlichen Dienst arbeitet. Tatsächlich sind nur knapp 12 Prozent der Deutschen im öffentlichen Dienst beschäftigt.


Fokus-Zitat Ende.


Dilletantismus, oder nicht?


Fazit: wir müssen die Warnungen des obersten Verfassungsschützers sehr Ernst nehmen: es geht bei Verfassungsschutz nicht nur um die Frage, ob eine Partei verboten werden kann, sondern es geht bei der Informationspflicht der Verfassungsschutzbehörde gegenüber den Bürgern auch darum, auf Tendenzen aufmerksam zu machen, die uns bereits einmal nach der Weimarer Republik in den Abgrund geführt haben.


Die AfD hat sich seit dem Rücktritt von Jörg Meuthen in ihren Führungspersönlichkeiten weiter in Richtung Rechtsnationalismus bewegt. Mit dem aktuellen Parteiprogramm lässt sich dies alles nicht begründen.


Wir haben hier einen „Wolf im Schafspelz“, der auf seine Stunde wartet.


Möge die Mehrheit deutscher Bürger diesmal wach genug sein, um Schlimmeres für unsere Zukunft zu verhindern. 

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