Während der Nürnberger Prozesse gab Hermann Göring ein Interview mit dem Psychologen Gustave Gilbert und sagte:
„Natürlich wollen die Menschen keinen Krieg. Warum sollte ein armer Bauer sein Leben in einem Krieg riskieren wollen, wenn das Beste, worauf er hoffen kann, ist, unversehrt zu seinem Hof zurückzukehren?
Natürlich wollen die Menschen keinen Krieg. Niemand will Krieg in Russland, England, Amerika – nicht einmal in Deutschland. Das ist offensichtlich.
Aber am Ende sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen. Und es ist immer eine einfache Sache, die Menschen mitzuziehen, egal ob es sich um eine Demokratie, einen kommunistischen Staat, ein Parlament oder eine faschistische Diktatur handelt.“
Gilbert widersprach:
„Aber es gibt einen Unterschied in einer Demokratie – die Menschen haben eine Stimme durch ihre gewählten Vertreter.“
Darauf erwiderte Göring:
„Das ist alles schön und gut, aber ob die Menschen nun eine Stimme haben oder nicht, sie können immer dazu gebracht werden, den Führern zu folgen. Das ist einfach. Alles, was man tun muss, ist, ihnen zu sagen, dass sie angegriffen werden, und die Pazifisten wegen Mangel an Patriotismus anzuprangern und dafür, das Land der Gefahr auszusetzen. Es funktioniert in jedem Land auf die gleiche Weise.“
— Nürnberger Tagebuch, 18. April 1946
Klingt das nicht vertraut?
